Wasserhärte messen

Wann ist Wasser hart? Wasserhärte einfach selber testen
Wasserhärte messen

Die Wasserhärte unseres Leitungswassers hat Einfluss auf unsere Wäsche, unsere Kaffeemaschine und nicht zuletzt auf unser tägliches Trinkwasser. Erfahre hier welche Auswirkungen die Wasserhärte auf uns hat. Außerdem: Die besten Methoden zum Wasserhärte messen.

Inhalt
Labor

Wann ist Wasser hart? Wann weich?

Die Wasserhärte hängt größtenteils vom Gehalt von Calcium- und Magnesiumionen ab. Einen geringen Anteil am Härtegrad des Wassers haben außerdem Strontium- und Bariumionen.

Je höher der Anteil von Calcium- und Magnesiumionen, desto härter das Wasser.

Der Härtegrad (°dH) ist abhängig vom Millimol Calciumcaronat Gehalt je Liter Wasser (mmol/l).

Seit dem 1. Februar 2007 regelt die Neufassung des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes (WRMG) die Härtegrade im Einklang mit den EU-Standards. Dabei wurde der ehemals verwendete Begriff „Grad deutscher Härte (°dH)“ mit der Angabe „Millimol Calciumcarbonat je Liter“ ersetzt. Der °dH Wert wird aber weiterhin oft verwendet.

Gesundheit

Ist hartes Wasser schädlich für meine Gesundheit?

Wenn Wasserhärte eine große Rolle für die Haushaltsgeräte spielt, welchen Einfluss hat sie dann auf meine Gesundheit? Kurz gesagt: Hartes Wasser ist nicht schädlich für die Gesundheit.

Lebensnotwendig | Calcium und Magnesium

Wir haben bereits gelernt, dass härteres Wasser einen höheren Calcium- und Magnesiumanteil hat. Calcium und Magnesium sind Spurenelemente, die für den menschlichen Körper lebensnotwendig sind. Knochen und Zähne verdanken Calcium ihre Härte und Festigkeit. Magnesium beeinflusst die Reizübertragung vom Nerven auf die Muskeln, die Adrenalinausschüttung und die Knochenstabilität.

Folgende im Wasser enthaltende Elemente haben zwar kaum Auswirkungen auf die Wasserhärte, sind aber trotzdem gut für unsere Gesundheit: Eisen, Natrium, Kalium und Zink.

Wasser ist kein Hauptlieferant für Mineralstoffe

Die zahlreichen Spurenelemente des Wassers sind wichtig für uns. Trotzdem spielt Wasser nur einen geringen Anteil an der Versorgung mit diesen Elementen. Hauptlieferant für Mineralstoffe ist unsere feste Nahrung. Es ist daher nicht besonders wichtig wie viele Mineralstoffe unser Trinkwasser enthält. Eine ausreichende Versorgung mit mineralhaltigem Trinkwasser ist zwar gut für unseren Elektrolythaushalt, aber nicht zwingend notwendig.

Und Kalkrückstände können zwar Waschmaschinen und Spülmaschinen schaden, das hat aber nichts mit unserem Körper zu tun.

Fazit: Hartes Leitungswasser ist vollkommen ungefährlich für die Gesundheit.

Wassertropfen

Wo spielt Wasserhärte eine Rolle?

Auf unseren Körper hat Wasserhärte keinen nennenswerten Einfluss. Im Haushalt sieht das aber anders aus. Wenn man lange etwas von seinen Haushaltsgeräten haben möchte, sollte man sich mit dem Thema Wasserhärte im Haushalt befassen.

Kalk und Kalkseifen durch hartes Wasser

Hartes Wasser neigt dazu, Kalk und Kalkseifen zu bilden. Kalk entsteht bei Temperaturen von über 60°C. Im Alltag ist Kalk als Ablagerung in vielen Haushaltsgeräten zu finden. Kaffeemaschinen, Waschbecken- und Duscharmaturen, Warmwasserspeicher, Durchlauferhitzer, Wasserkocher und Kochtöpfe haben oft unschöne weiße Kalkablagerungen.

Kalkablagerungen haben Konsequenzen

Aufgrund schlechter Wärmeleitung von Kalk, benötigen stark verkalkte Geräte mehr Energie um ihre Leistung zu bringen. Das hat negative Auswirkungen auf die Lebensdauer der Geräte.

Waschmaschinen verlieren durch hartes, kalkhaltiges Wasser an Waschkraft. Die Kombination von Calcium, Magnesium und Waschmittel führt zu Kalkseifen. Die Waschkraft von Kalkseifen ist deutlich geringer als die des Waschmittels. Außerdem kann Kalkseife die Wäsche sogar verunreinigen.

Kein Kalk bei weichem Wasser

Weiches Wasser führt in Verbindung mit über 60°C heißem Wasser zu keinerlei Kalkbildung. Eine der negativen Auswirkungen von weichem Wasser ist die stärkere Schaumbildung in Waschmaschinen. Außerdem lässt sich Seife mit weichem Wasser schlechter entfernen als mit hartem Wasser.

Bei Lebensmitteln fällt hartes Wasser besonders bei Kaffee und Tee auf. Sowohl am Geschmack, als auch an den Kalkablagerungen auf der Oberfläche der Getränke erkennt man die Verwendung von hartem Wasser.

Fazit: Wasserhärte beeinflusst die Lebensdauer elektrischer Geräte (Waschmaschine, Wasserkocher, Kaffeemaschine, usw.), die Waschkraft von Waschmaschinen und den Geschmack von Kaffee und Tee.

Wie funktioniert Umkehrosmose?

Ziel der Umkehrosmose ist die Erzeugung von möglichst reinem Wasser. Dafür wird Leitungswasser mittels Gegendruck durch eine Membran gepresst. Die Membran ist sehr fein und halb durchlässig. Durch die winzigen Poren passen ausschließlich kleinste Wassermoleküle. Chlor, Kalk, Salze, Pestizide, Schwermetalle und andere Schadstoffe bleiben in der Membran hängen.

Das gefilterte und gereinigte Wasser nennt man Permeat. Das Leitungswasser wird auch als Rohwasser bezeichnet. Je höher der Druck auf der Seite des Leitungswassers ist, desto stärker ist die Demineralisierung des Wassers.

Messen

Wasserhärte messen lassen

Eine professionelle Trinkwasseranalyse in einem Labor gibt Aufschluss über die Qualität des Leitungswassers in deiner Wohnung oder deinem Haus.

Es gibt zahlreiche Anbieter für die Analyse von Wasser und verschieden umfangreiche Testprogramme.

Was kann bei Wasseranalysen untersucht werden?

Eine umfangreiche Analyse sollte folgende mikrobiologische und chemische Werte erfassen:

Die Anzahl der Keime kann je nach Wassertemperatur variieren. Manche Anbieter messen daher die Keimzahl bei verschiedenen Wassertemperaturen.

So läuft eine Wasseranalyse ab

  1. Du entscheidest dich für einen Anbieter und gibst die Analyse in Auftrag.
  2. Der Anbieter schickt dir ein Test-Paket mit allem was du für die Probeentnahme brauchst. Gefäß für das Wasser, Anleitung zur Wasserentnahme und ein Fragebogen.
  3. Du füllst dein Leitungswasser in das Gefäß, füllst den Fragebogen aus und schickst alles zurück ins Labor.
  4. Das Labor untersucht dein Leitungswasser. Je nach Auftrag, werden verschiedene Parameter untersucht.
  5. Innerhalb einiger Tage erhältst du das Testergebenis zugeschickt. Wenn noch Fragen offen sind, wende dich einfach an das Labor.
Pipette

Wasserhärte selber messen

Du kannst die Wasserhärte deines Leitungswasser ganz einfach zu Hause bestimmen. Das ist schnell erledigt, einfach und günstig. Alles was du dazu brauchst, sind Teststreifen. Diese kannst du zum Beispiel in Apotheken oder bei Amazon kaufen.

Wasserhärte Teststreifen anwenden

Je nach Modell, werden die Teststreifen entweder kurz in kaltes Wasser getaucht oder mit Wasser beträufelt. Der Teststreifen verfärbt sich und zeigt dadurch den Härtegrad des Wassers an. Dieses Verfahren nennt sich Titration.

Die Wasserhärte wird dabei meist in °dH angegeben. Ab 14°dH gilt Wasser als hart, bei 8,4°dH bis 14°dH gilt Wasser als mittelhart und weniger als 8,4°dH gelten als weich.

Wie genau funktioniert Titration?

Bei der Titration tröpfelt man eine Titrierlösung in ein Gefäß mit Leitungswasser. Dabei zählt man die Anzahl der Tropfen die nötig sind, um das Wasser von Rot nach Grün zu verfärben. Die Anzahl der Tropfen ergeben den Härtegrad des Wassers in °dH.

Wassertropfen

So misst du die Wasserhärte selber

Mit Wasserhärte Teststreifen kannst du die Wasserhärte für Leitungswasser, Trinkwasser und Poolwasser leicht selber bestimmen.

Folgende Wasserhärte Teststreifen sind einfach zu bedienen und liefern genaue Ergebnisse:

Teststreifen mit einfacher Anwendung

Die aquaself Wasserhärte Teststreifen messen den Calcium- und Magnesiumgehalt und zeigen die Wasserhärte in 5 Kategorien an. 3°dH oder weniger, über 4°dH, über 8,4°dH, über 14°dH oder über 21 °dH.

Zur Verwendung den Teststreifen kurz in das Wasser tauchen, überschüssiges Wasser abschütteln und eine Minute warten. Der Teststreifen wird dafür kurz in Wasser getaucht. Je nach Härtegrad, verfärben sich anschließend die entsprechende Anzahl an Kästchen. Jetzt nur noch mit der Farbskala vergleichen und fertig.

Der Lieferumfang besteht aus 7 einzeln verpackten Teststreifen, einer ausführlichen Anleitung (auf Deutsch) und einer Info-Broschüre.

Fazit: Solche Teststreifen sind die einfachsten Methoden zur Bestimmung von Wasserhärte. Die Ergebnisse sind genau genug für die meisten Anwendungen. Wer wirklich exakte Ergebnisse braucht, um zum Beispiel den genauen Wert bei der Spülmaschine einzugeben, sollte sich das nächste Test-Kit angucken.

aquaself Wasserhärte Teststreifen kaufen

Die aquaself Wasserhärte Teststreifen gibt es zum Beispiel bei Amazon.

Den aquaself Wasserhärte Teststreifen kannst du bei Amazon kaufen.

Wasser Härtegrad exakt bestimmen

Du möchtest den genauen Härtegrad erfahren und nicht nur eine von-bis Kategorie? Dann ist das FILTRASOFT Wasserhärte Testset ideal. Hiermit lassen sich exakte Werte bestimmen. Die Anwendung unterscheidet sich etwas von den weit verbreiteten Teststreifen, ist aber kinderleicht.

Fülle 5 ml Wasser in den Messbehälter. Gib nach und nach die Testflüssigkeit tröpfchenweise in das Wasser und zähle dabei die Tropfen, bis die Farbe der Flüssigkeit von Rot auf Grün wechselt. Ein Tropfen entspricht 1 °dH (bei 5 ml Probevolumen).

Hinweis: Die Flüssigkeit ist zunächst Grün. Wenn man sie kurz umrührt, färbt sie sich Rot. Jetzt kann man damit beginnen, Tropfen in die Flüssigkeit zu träufeln, bis sich die Flüssigkeit wieder Grün färbt.

Dieser Wert ist genauer als die gröberen Kategorien der Teststreifen. Die Anwendung ist dabei nur minimal schwieriger. Entscheide selber, welche Methode für dein Anwendungsgebiet am besten geeignet ist.

Im Lieferumfang befinden sich zwei Flaschen mit Titrationsflüssigkeit (jeweils 15 ml), ein Messbehälter und eine Anleitung.

FILTRASOFT Wasserhärte Testset kaufen

Das FILTRASOFT Wasserhärte Testset gibt es zum Beispiel bei Amazon.

Das FILTRASOFT Wasserhärte Testset kannst du bei Amazon kaufen.

Wassertropfen

Weitere Möglichkeiten zur Bestimmung von Wasserhärte

Selber messen ist die beste Möglichkeit den Wasserhärtegrad zu bestimmen. Wenn man es nicht ganz genau wissen muss, gibt es aber auch andere Wege um die Wasserhärte festzustellen.

Einmal jährlich muss der Wasserversorger per Gesetz die Wasserhärte bekannt geben. Diese Informationen findet man meist auf der Website des Wasserversorgers. Hier lassen sich oft auch weitere interessante Informationen zur Wasserqualität der jeweiligen Liefergebiete bekommen.

Hausbesitzer können die Wasserhärte häufig auch auf ihrer Wasserrechnung finden.